Vastu-Prinzipien: Zuordnung der BereicheDie 5 Sinnesorgane

Die 5 Sinnesorgane
Die Beziehung der fünf Elementen zu unseren Sinnen
Die Grundannahme von Vastu-Shastra ist, dass das Universum und damit die gesamte kosmische Schöpfung, aus fünf Grundelementen (Pancha-Mahabhutas) besteht. Diese Elemente sind: Prithvi/Bhumi (Erde), Varuna/Jal (Wasser), Agni (Feuer), Vayu (Luft), Akash (Äther). Jedes dieser Elemente repräsentiert eine bestimmte Art von Energie. Der umbaute Raum steht mit dem Universum in Wechselwirkung - die Energien des ersteren üben einen Einfluss auf die Energien des letzteren aus und umgekehrt. Laut Vastu-Shastra sollten diese Elemente, wenn wir ein Gleichgewicht in unserem Leben haben wollen, auf drei Ebenen ausgeglichen sein: im Universum, in unserer gebauten Umwelt und in unserem Körper.
Die fünf Elemente stehen, nach der ayurvedischen Philosophie, auf zwei Arten mit dem menschlichen Körper in Verbindung. Zum einen wird angenommen, dass der menschliche Körper ebenfalls aus diesen fünf Elementen besteht und diese zum anderen den fünf menschlichen Sinnen riechen, schmecken, hören, fühlen und sehen zugeordnet werden können. Nach Ayurveda und Yoga wird Pancha-Mahabhuta mit der allgemeinen Gesundheit des Menschen in Verbindung gebracht. Jede Störung im menschlichen Körper weist auf ein Ungleichgewicht eines oder mehrerer dieser Elemente hin.
Die Eigenschaften der Elemente in Bezug zu den Sinnesorganen
Vastu-Shastra gibt an, dass alle fünf Elemente wichtig sind, um ein positives Gefühl in jedem gebauten Raum aufrechtzuerhalten. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Rolle jedes einzelnen Elements unabhängig voneinander betrachtet werden muss. Das Element, das die Basis für die vier anderen Elemente bildet und diese zusammenbringt, ist der Äther oder Raum und entspricht dem Gehörsinn. Es befindet sich in der Mitte jedes Gebäudes und Raums und sollte daher frei von Säulen, Wänden, Balken oder schweren Gegenständen sein.
Das nächste Element ist Luft (Vayu), dass in Vastu-Purusha-Manadala als Atem des Purusha bezeichnet wird. In jedem Raum ist eine ausreichende Luftzirkulation oder ein regelmäßiger Luftwechsel erforderlich, da dies Kühlung und Temperaturregelung ermöglicht. Dieses Element bezieht sich auf den Tastsinn, was impliziert, dass das Haus Möbel und Oberflächen verwenden sollte, die sich angenehm anfühlen. Der Bereich für das Luft-Element ist in der nordwestlichen Ecke eines Hauses oder eines Raums.
Agni (Feuer) symbolisiert die Sonne, die als Essenz des Lebens gilt. Bei richtiger Anwendung kann Feuer Dinge nähren, andererseits kann es Zerstörung verursachen, wenn es nicht kontrolliert wird. Der Sinn, der mit Feuer zusammenhängt, ist der des Sehens. In einem Haus ist die Verwendung geeigneter Lichter und Farben wichtig, da sie den Unterschied zwischen einem kalten oder gemütlichen Raum ausmachen können. Das Element Feuer hat seinen Platz in der südöstlichen Ecke.
Jal (Wasser) ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens auf der Erde, da es rund 80% unseres Körpers und zwei Drittel der Erdoberfläche ausmacht. Die Position dieses Elements ist der Nordwesten. Der Geschmackssinn ist mit dem Wasserelement verbunden. Es stellt alle Aspekte des Hauses dar, die Wasser und die reflektierenden Oberflächen benutzen. Die Platzierung von Bädern, Brunnen, Wassertanks, Spiegeln und Glas basiert auf diesem Element.
Prithvi (Erde) liefert die Basis, auf der die anderen drei Elemente Luft, Feuer und Wasser funktionieren. Der Sinn, der mit dem Element Erde verbunden ist, ist der Geruchssinn. Blumen, Zimmerpflanzen, Räucherungen mit Weihrauch sind ein wichtiger Bestandteil des Hauses. Dieses Element befindet sich im Südwesten eines Hauses oder eines Raums. Da es das Erdelement ist, ist es der Bereich des Hauses, in dem alle schweren Gegenstände platziert werden können.
Die 6 Geschmacksrichtungen
Die fünf Grundelemente bilden die Grundlage der Wechselbeziehung zwischen uns und unserer Umwelt. Das Ayurveda kennt sechs verschiedene Geschmacksrichtungen (Rasas), die sich aus Kombinationen der fünf Elemente (Mahabhutas) Erde, Feuer, Wasser, Luft und Äther zusammen setzen. Die sechs Geschmacksrichtungen stehen auch in enger Beziehung zu den drei Doshas und können diese direkt beeinflussen.
▪ süß (madhura) besteht aus der Kombination von Wasser und Erde.
▪ sauer (amla) ist eine Kombination von Erde und Feuer.
▪ scharf (katu) resultiert aus Feuer und Luft.
▪ salzig (lavana) resultiert aus Feuer und Wasser.
▪ bitter (tikta) entsteht aus Luft und Äther.
▪ herb, zusammenziehend (kashaya) ist eine Kombination von Luft und Erde.
Vastu-Defekte und ihre Auswirkungen auf die Bewohner
Es kommt selten vor, dass eine Wohnung oder ein Haus den Normen des Vastu-Shastra entspricht. Eine große Anzahl von Vastu-Fehlern kann behoben werden – jedoch nicht alle. Störungen führen immer wieder zu einem Ungleichgewicht und wirken sich entsprechend auf unsere Gesundheit und unsere Lebensaspekte aus. Denn gutes Vastu erzeugt positive Energien, die uns im Leben voranbringen. Vastu-Defekte hingegen verursachen negative Energien und wir müssen mit Hindernissen auf unserem Lebensweg rechnen.
Das Vastu-Purusha-Mandala zeigt, wo genau sich die Vastu-Defekte befinden. Wird dieser Ort in Zusammenhang gebracht mit der jeweiligen Zuordnung oder Bestimmung eines Bereiches, lassen sich so Erkenntnisse erzielen, mit welchen Auswirkungen möglicherweise zu rechnen und was zu verändern ist.
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